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09 | Januar | 2014

Supercross Stuttgart 2013

Autor: uliphoto.de

"Hast Du Lust bei der Supercross Fotos für uns zu machen?" fragte Jens, ein befreundeter Agenturchef. Natürlich hatte ich. Was für eine Frage. 2 Tage lang Moto Cross Action, Stuntshow und ich mit Fotoerlaubnis All Areas...

Also Akkus geladen, Rucksack gepackt und im strömenden Regen ab nach Stuttgart. Zufällig lande ich sogar am richtigen Backstage Halleneingang und stelle fest, dass ich alle Akkreditierungsunterlagen daheim habe liegenlassen. Das ist mir auch noch nicht passiert. Die nette Frau von der Security lässt mich trotzdem erstmal parken damit ich in der Halle anrufen kann. Hanno kommt dann auch gleich raus und klärt die Sache auf. Ab ins Pressezentrum, Akreditierungsunterlagen holen, Presseweste anziehen und erstmal die Location sichten.

Noch ist Zeit bis das Publikum kommt und in den Gängen der Halle kann man sich durchaus verlaufen. Die Fahrer sind mittlerweile im freien Training und ich bin froh, dass ich den Gehörschutz nicht vergessen habe... Crossmotorräder sind laut. Sehr laut.

Die Strecke besteht überwiegend aus festgewalztem Lehmboden und einer Sandkurve. Der Lehm spritzt wie Schrappnell von den Hinterrädern der Maschinen während hinter der Kurve ein Sandsturm tobt. Der Trick ist: ankommendes Bike fokussieren, shooten und abtauchen bevor der Dreck geflogen kommt. Klappt nicht immer und nach der Veranstaltung finde ich noch längere Zeit Lehmklumpen an den sonderbarsten Stellen.

Noch Zeit für einen Imbiss, dann gehen die Türen auf und die Halle füllt sich. Mit Feuershow und Metal Band werden die Zuschauer auf das Rennen eingestimmt, kurz vor acht beginnen die Qualifikationsläufe im 10 min Takt. Das bedeutet harte Arbeit fürs Equipment. Derartige Sportevents shoote ich gerne mit available light und höchstens einem Aufhellblitz auf der Kamera, um die Lichtstimmung nicht zu verfälschen. Da es ein schneller Sport ist kommt es auf kurze Belichtungszeiten an. 1/250sec ist da schon fast zu lange - mit 1/400 und Iso 3200 gelingt es, die Action einzufrieren. Gut das mein Sigma 70-200mm eine Anfangsblende von 2,8 hat, sonst würde es eng. Bei ca. 3000 Bildern pro Abend shoote ich jpeg- anders ist die Menge von Bildern sonst kaum zu handeln. Immerhin macht die Kamera 9 Bilder in der Sekunde.

"Wer war denn in der ersten Kurve vorn?" fragt Jens, "Keine Ahnung." antworte ich, "Aber Du hast doch fotografiert?" "Ja, deswegen krieg ich auch nix mit.". Tatsächlich ist es ziemlich unmöglich durch den Sucher einer dauerfeuernden Kamera das Geschehen mitzukriegen. Es langt, um das Geschehen zu verfolgen und mitzuzoomen aber Startnummern lesen- vergiß es. Jens braucht die Nummer aber für die Preisvergabe- also müssen wir sie raussuchen...

Ein Lauf startet pünktlich nach dem anderen, trotz spektakulärer Überholmanöver und Sprünge gibt es wenig Stürze. Offensichtlich sind MX Fahrer keine Fußballer - wer crasht steht auf und fährt weiter - kein Gejammer.

Immer wieder fällt das Startgatter, aufgrund meiner "Hundemarke" komme ich ganz dicht ran. Mit dem Fisheye hinter dem Start, dem 70-200 in der Kurve oder dem 24-70 in der Rythm Section, langweilig wird mir nicht und viel zu schnell ist es 23:00 Uhr - Zeit für die Freestyle Show. Ich merke plötzlich wie müde ich bin. Nützt aber nichts - zur Show muss noch mal alles gegeben werden. Ich hatte mich dagegen entschieden, zum Shooten auf den Racetrack zu gehen, um etwas Abstand zu gewinnen und die Fahrer nicht direkt von unten zu erwischen. Ganz glücklich bin ich nicht mit dieser Entscheidung - der Winkel ist immer noch zu steil, die Fahrer fliegen sehr hoch und ich habe als Hintergrund nur die Hallendecke und nicht das Publikum. Wäre ich mal besser am Nachmittag zum Training dagewesen... Ist aber nicht so schlimm - am Samstag läuft die Stuntshow nochmal, ich werde mir einen Platz auf der Pressetribüne sichern und bekomme meine Bilder. Ärgerlicherweise ist es unter der Hallendecke ziemlich dunkel. Ich muss mal anregen, dass da nächstes Jahr mehr Licht hinkommt. Der Blitz bringt auf 30m Entfernung natürlich auch nix...

Um 24:00 Uhr kann ich dann endlich zusammenpacken. Ab ins Hotel, Laptop auf und Datensichtung und Sicherung.

Samstag

Heute bin ich schlauer und bin früh da. Also so gegen 12:00 Uhr. Ausschlafen bis 9:00, Frühstück, Kaffee, die besten Bilder vom Freitag für die Agentur fertigmachen und ab zur Halle. Endlich komme ich mal dazu mich in der Expo Area umzuschauen. Dann ab zum Training der Stunt Rider - ich kann mir in Ruhe Standorte aussuchen und antesten - Final wird ein Standort oben auf der Pressetribüne, ungefähr in Höhe des Sprungscheitelpunkts gewählt. Ich würde gerne von noch weiter oben shooten, geht aber nicht - eine Beleuchtungstraverse ist im weg. Naja, irgendwas ist immer und Licht ist ja auch wichtig...

Immerhin- es ist hell.

Beim freien Training zerlegt es heute einige Fahrer, einer muss mit Handgelenksbruch aussteigen und ist sichtlich frustriert. Auch wenn MX so easy und flüssig aussieht - es ist ein harter Sport, besonders wenn es nicht klappt wie geplant. Aber, erfahrungsgemäß - Handball ist härter.

Nachdem ich heute so früh da bin habe ich Zeit für ein geruhsames Mittagessen und einen Shoppingbummel auf der Expo. Wirklich schöne Motorräder - besonders eine Trialmaschine reizt mich - aber - ich hab doch keine Zeit. Aber dieses Jahr shoote ich noch Trial. Ganz sicher.

Es wird Abend, die Zuschauer füllen die Halle. Schnell noch einige Fotos der Austellungsstände mit Publikum und dann ab in die Halle. Die Eröffnung ist genau wie am Vortag, da ich jetzt schon alles kenne kann ich häufiger den Standort wechseln. Dann wieder Qualifikationsläufe, heute gehts für mich um Sponsorenbilder, Editorialbilder und Favoritenbilder. Das wird wieder ein langer Abend. Immerhin - die Vorplanung zahlt sich aus - die Stunt Show Bilder sind besser.

Fazit nach ca 6000 Bildern Supercross: Nikon D3 und 70-200mm 2,8 sind eine 1a Sportkombination. Sonst noch mit im Gepäck: 24-70mm 2,8 wenn ich mal näher ranmuss, 15mm 2,8 für dynamische Bilder und Übersichten. Blitzgerät fürs Aufhellen. Was ich vermisst habe - hätte doch ne längere Brennweite mitnehmen sollen - 400mm aufwärts.