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21 | Mai | 2014

TheVerdunProject

Autor: uliphoto.de

Auf den Spuren des großen Krieges... TheVerdunProject

Ruinen, verrottende Technik und Zerfall faszinieren viele Fotografen, da bin ich keine Ausnahme. Das, zusammen mit dem düsteren Hintergrund des Krieges sorgt zwar für permanente Gänsehaut aber auch Abenteuerlust bei mir. Verdun hat mich seit meinem ersten Besuch dort fasziniert. Ich fühlte mich an Szenen aus „L' etat morbid“ von Hulet erinnert. Nachdem der Plan, dort ernthaft zu fotografieren schon Jahre in mir schlummerte brach ich im April 2013 erstmals in Richtung Frankreich auf. Auto, Zelt, Kamera. Gleich am Ortseingang wird der Besucher von den hohen düsteren Festungsmauern umfangen, vor denen weiße Statuen in Pose erstarrter Kriegshelden aufgereiht stehen. Glücklicherweise ist der Ort selbst trotz der martialischen Vergangenheit längst nicht so düster wie es zunächst scheint. Die Schlachtfelder des WK1 sind Nationaldenkmal und touristisch gut erschlossen, wenn es auch einige makabere Besonderheiten gibt:

Der Hauptbereich der Schlachten ist Gedenkstätte, hier ist lagern, zelten, musikhören, Notdurft verrichten und picknicken untersagt. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung. Nicht vergessen- es ist ein Friedhof. Auch wenn überall noch Kriegsrelikte liegen (durch die Geschosse wurde der Boden teils bis in 10m Tiefe umgewühlt)- es verstht sich von selbst, alles an Ort und Stelle liegen zu lassen. Wen die Ranger gar mit einem Metallsuchgerät erwischen hat ein Problem. Die Schlachtfelder sind immer noch voll mit Blindgängern- es empfiehlt sich, auf den Wegen zu bleiben. Einige der Befestigungsanlagen sind begehbar gemacht worden und gegen Eintritt zu besichtigen. Die Anlagen sind riesig, feucht, kühl und auf düstere Art faszinieren. Viele Anlagen stehen halbvergessen im Wald- Betreten verboten ist angeschrieben- de facto sind die Bunker aber offen.

Bei der ersten Tour im April habe ich neben den touristischen Monumenten auch einige interessante Anlagen entdeckt, die nicht erschlossen sind. Allein und nur mit einer Taschenlampe war mir die Erkundung zu gefährlich. Da das Gelände im Sommer total zuwuchert und mückenverseucht ist war klar- ich muss im Herbst nochmal her. Mein Freund Jose, ebenfalls begeisterter Fotograf war sofort bereit mich zu begleiten. Zu zweit ist es halt doch sicherer... diesmal haben wir neben den Kameras Stirnlampen, starke Taschenlampen, Haken und Seile dabei. Die nicht touristisch genutzten Anlagen sind teils noch nahe am Originalzustand, teils wurden Treppen herausgerissen. Oftmals sind auch Gitter agebracht, allerdings stehen alle offen.

Unser erstes Objekt ist eine riesige alte Festung- teils touristisch erschlossen, teils immer noch militärisch genutzt- was man bei dem optischen Zustand nicht glauben mag. Nach einer historischen Tour durch den erschlossenen Teil machen wir uns an die Erkundung der Umgebung- eine Dame der Armeeverwaltung macht uns aber deutlich, das wir im militärisch genutzten Teil unerwünscht sind. Dann eben anders. Wir umgehen den militärischen Bereich und finden in der Nähe der Festungsmauer vorgelagerte Gebäude- warscheinlich Mannschaftsunterküfte. Erstaunlich wenig Vandalismus hier, einige Spuren wie Flaschen, Chipspackunen etc. Wir erkunden die Schluchten zwischen den Gebäuden, als es über uns auf der Zufahrt zum Militärgelände plötzlich betriebsam wird- offensichtlich kommen da Busse mit Militärangehörigen... Da wir wenig Lust haben, entdeckt zu werden zihen wir uns zurück und fahren eine andere Location an. Hier ist vielleicht was los! Die Verteidigungsanlage am Ende einer kleinen Landstrasse ist gut besucht- es stehen zig Autos hier. Wir warten, bis sich der Andrang gelegt hat um ins Innere vorzudringen- festes Schuhwerk ist angebracht. Im Inneren begegnet uns ein höflicher Engländer mit Analogkamera- „Nice to meet you, Sir.“ Es gibt offensichtlich noch mehr Bunkerbegeisterte.

Noch einige weiter Verteidigungsanlagen stehen auf unserem Plan- überall dasselbe: Die Anlagen sind meist in gutem Zustand (sofern sie nicht im Krieg schwer getroffen wurden- dann ist es wirklih gefährlich, dann hängen große Betonbrocken an dünner Armierung von der Decke...), es gibt wenig Vandalismus und es ist noch erstaunlich viel übrig. Für uns ist klar- wir kommen wieder...

Mittlerweile ist aus den Verdun Besuchen ein kleines Projekt geworden- Sie finden uns auf facebook...

www.facebook.com/theverdunproject

Brennweite: 12mmBlende: 9Zeit: 20secISO: 400Objektiv/Kamera: SIGMA 12-24 mm, 4,5-5,6 II DG HSM

Turmmechanik in einem Bunker

Objektiv/Kamera: SIGMA 12-24 mm, 4,5-5,6 II DG HSM

Objektiv/Kamera: SIGMA 12-24 mm, 4,5-5,6 II DG HSM