Blog: Blog der SIGMA Our World Tour 2011/2012

26 | Juli | 2012

Zwischen Fellmützen und Matroschkas...

Autor: OWT-Reisereporter

Die Sonne brennt auf meiner Haut, schweißgebadet stehe ich vor dem Reiterdenkmal von Zar Peter dem Großen. Ich bin in St. Petersburg, der zweitgrößten Stadt Russlands, einigen vielleicht noch als Leningrad bekannt. Sie ist die nördlichste  Millionenstadt der Welt. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass hier Temperaturen um die +30°C herrschen können. Da ich Russland immer mit eisiger Kälte in Verbindung gebracht habe, bin ich völlig falsch angezogen.

St. Petersburg_Eherner Reiter

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 17-50mm F2.8 EX DC OS HSM - 33mm, ISO200, f/8.0, 1/200s.

Auch die extreme Weitläufigkeit dieser Stadt habe ich unterschätzt. Was auf der Karte so nah aussieht, ist in Wirklichkeit einige Kilometer voneinander entfernt. So bin ich mittlerweile schon eine große Strecke abgelaufen und ziemlich kaputt, aber das Tagespensum ist noch lange nicht erreicht. Mein Weg führt mich weiter, entlang des "Gribojedow Kanals", zur Wiederauferstehungskirche. Diese Zwiebelturmkirche wurde von 1887 bis 1907 im neo-altrussischen Stil erbaut. Sie ist das berühmteste und gleichzeitig bunteste Bauwerk dieser Stadt.

St_Petersburg_Details_Auferstehungskirche

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 18-200mm F3.5-6.3 II DC OS HSM

St. Petersburg_Auferstehungskirche

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 17-50mm F2.8 EX DC OS HSM - 23mm, ISO100, f/4.0, 1/320s.

Ein paar Straßen weiter entdecke ich einen kleinen Markt. Neben Wodka werden viele Souvenirs angeboten, wie z. B. die für Russland typischen Matroschkas. Das Highlight sind aber riesige Pelzmützen, bei deren Anblick mir der Schweiß den Rücken herunterläuft. Sie werden heute wohl keinen Käufer finden.

St. Petersburg_Matrioschkas

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 17-50mm F2.8 EX DC OS HSM - 50mm, ISO100, f/2.8, 1/400s.

Ein weiterer architektonischer Höhepunkt in St. Petersburg ist der barocke Winterpalast, der einstige Hauptsitz der Zarendynastie. Eigentlich wollte ich auch die eindrucksvolle Jordan Treppe im Inneren des Gebäudes fotografieren, aber die vielen Besucher, sowie die gesalzenen Eintrittspreise lassen mich schwanken. Als man mir dann auch noch sagt, dass fürs Fotografieren eine zusätzliche Gebühr entrichtet werden muss, belasse ich es bei Außenfotos.

St. Petersburg_Winterpalast

Kamera: SIGMA SD1 Merrill Objektiv: SIGMA 10-20mm F3,5 EX DC HSM - 13mm, ISO100, f/11, 1/50s.

Auch die Peter-Paul Festung, die exakt am 16. Mai 1703 gegründet wurde und ehemals den Kern der Stadt bildete, steht auf meinem Ausflugsprogramm. In dieser Festung steht die gleichnamige Kathedrale, in welcher fast sämtliche russische Monarchen bestattet sind.

St. Petersburg_PP_Kathedrale

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 17-50mm F2.8 EX DC OS HSM - 23mm, ISO100, f/6.3, 1/100s.

Eine skurrile Szene erlebe ich kurze Zeit später. Ein in die Tage gekommenes verrostetes Auto, vorne Fahrer und Beifahrer und auf der Rückbank ein lebender Braunbär. Ich traue meinen Augen kaum. Endlich erreiche ich die Issakskathedrale. Die goldene Kuppel ist kaum zu übersehen, nicht umsonst ist sie die viertgrößte der Welt. Für sie wurden 400KG Gold verwendet. Die Kathedrale mit einem Gewicht von 300.000 Tonnen ruht auf 24.000 in den Boden gerammten Pfählen. 12.000 Menschen haben darin Platz, das ist doch mal was....

St. Petersburg_Isaakskathedrale

Kamera: SIGMA SD1 Merrill, Objektiv: SIGMA 17-50mm F2.8 EX DC OS HSM - 23mm, ISO200, f/11, 1/40s.

Nach so vielen Eindrücken und zu Fuß zurückgelegten Kilometern, bin ich froh wieder zum Schiff zurückfahren zu können. Aber Moment mal, wo war denn noch der Schiffsanleger? Diese offene Frage gestaltet sich nun zu einem großen Problem. Mir war nicht bewusst, dass in St. Petersburg noch nicht einmal die Polizei Englisch versteht, geschweige denn spricht. Die zig Taxifahrer schütteln nur mit dem Kopf. So verbringe ich fast zwei Stunden damit, irgendwie zum Schiff zurückzukommen. Erst als mir der Name eines nahe gelegenen Hotels einfällt, schaffe ich es mit Händen und Füßen gestikulierend, zumindest bis dorthin zu kommen. Die restlichen 45 Minuten lege ich zu Fuß zurück. Was für ein Tag.....!!!

OWT-Reise